Re: Modetrends in der IT-Branche - Deutsche Bank will IT auslagern

banklso ich komme mir vor als wenn ich manchmal in der Modebranche
> arbeite und nicht in der IT-Branche. Ist denn jetzt Outsourcing der
> proklamierte Trend für das Frühjahr 2002 (oder wars auch schon in der
> Herbstkollektion 1987) ? Was mag dann der Sommerhit oder der
> Herbsttrend werden ? (Insourcing, Web to garnix sourcing ;))
>
> Auf alle Fälle bleibt das BlaBla immer das gleiche *yawn*.
> […]
Bin ganz Deiner Meinung. Habe schon Outsourcing-Projekte
als Berater mitgemacht. Keines davon hat sich gerechnet,
aber das wollte keiner hören. Mir ists egal, ich
verdiene dran. Nur bin ich so frei, auch mal zu sagen,
daß es sich nicht rechnet. Interessiert eh keinen, wenn
das Projekt ins Rollen gekommen ist.
Die Manager, die die Studie bestellt haben, laufen wirklich
nur einer Wunschvorstellung nach. Die Consultants, die die
Studie machen, liefern ab, was man von ihnen erwartet, und
können die meisten Kosten nur Pi mal Daumen schätzen. Was alles
wirklich dranhängt, erfahren die Umsetzer ein, zwei Jahre
später. Und am Ende sind von den ursprünglichen Leuten eh
kaum noch welche da. Aber das Projekt muß ja irgendwie zu
Ende gebracht werden. Ein Kostenvergleich zwischen vorher
und nachher ist kaum möglich, da sich in den drei Jahren
so viel geändert hat. Was an Knowhow verloren ging (da
“ausgelagert”) und was an informellen hausinternen Wegen
gekappt wurde, die jetzt über teure Service Level Agreements
abgefackelt werden müssen, fällt sowieso unter den Tisch (und
ist teils nicht meßbar). Aber die Beratungsbranche lebt davon…
Mein Fazit nach etlichen Jahren Beratung: Die Kunden wollen
nicht beraten werden, sie möchten, daß die Berater blödsinnige
Ideen, kindische Vorstellungen und von Journalisten, also
fachfremden Personen, in die Welt gesetzte Buzzword-Blasen
umsetzen. Das tun die auch, denn sonst kriegen sie kein Geld.

One Response to “Re: Modetrends in der IT-Branche - Deutsche Bank will IT auslagern”

  1. banken-infos » Blog Archive » Re: Vaterlandslose Gesellen…. - Deutsche Bank informiert Mitarbeiter von… Says:

    […] banker Kommentar ist ganz recht. Interessant ist immer wieder zu lesen, dass wir doch bescheidener werden sollten, das freut mich immer wieder ungemein, da ja Unternehmen wie Daimler-Crysler jahrelang keine Steuern bezahlen müssen, und dafür zum Dank Mitarbeiter abbaut. Es findet globalisierungsbedingt eine Umverteilung zwischen den Länder statt. Das bedeutet konkret, dass tausende “billige” Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden, was dazu führen wird, dass sich die Arbeitslosigkeit in 5-10 Jahren verdoppeln wird. Hoffentlich wird die Arbeitslosenversicherung dann auch abgeschafft. Beide bisherigen Globalisierungsversuche haben mit einem Weltkrieg geendet, hoffentlich passiert das dieses mal nicht und die Menschen werden sich der von der Regierung verfügten und unterstützten Macht der Grosskonzerne widerstandslos beugen, so wie dies auch seit langem geplant ist. Hoch lebe die Globalisierung und der Kommerz, nieder mit dem Proletariat. Wir haben zu lange zugeschaut, wie sich die “Arbeiterklasse” wiederrechtlich mit horrenden Löhnen bereichert hat. Schliesslich haben gewisse Konzerne nach Abbau von Mitarbeitern ihren Gewinn letztes Jahr fast verdoppeln können. Vielen Dank lieber Manager! Weiter so! […]

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