Re: mal nachdenken! - Deutsche Bank informiert Mitarbeiter von…

bankallo Wanja,
>
> klar ist das zu pauschal, aber hier bei Heise ziemt es sich doch so,
> oder?
Nein.
> Die Aufgabe der Gewerkschaften waren und sollten sein, soziale
> Ungerechtigkeit und Rechte der Arbeitnehmer zu stärken, als die
> Arbeitnehmer noch “ausgebeutet” wurden (Kurzfassung).
Ich sagte, Gewerkschaften sollten in Billiglohnländern gestärkt
werden
Dort werden Arbeiter ausgebeutet.
Auch hier gehen einige Methoden der Arbeitgeber der Ausbeutung nahe:
Ein Bekannter von mir arbeitet in einem Betrieb, in dem kürzlich ein
Mitarbeiter aus Kostengründen gefeuert wurde, obwohl alle in der
Arbeit ersticken und massiv Überstunden schieben müssen: und das
_ausserhalb_ der Saison.
Dieser Betrieb, ein Zweiradhaus, hat gegenüber den Supermarkt vor
allem einen Vorteil: den Service.
Diesen können die verbliebenen Mitarbeiter noch schwerer wahrnehmen,
Fazit: die Kunden springen immer häufiger ab, weil sie weniger
Mehrwert sehen und länger warten müssen. Der Betrieb geht langsam
aber sicher den Bach runter und irgenwann dürfen alle gehen.
Die Leute bekommen für ihre mehrarbeit auch kaum mehr Geld- alleine
die Nachfrage qualifiziert dazu gefeuert und durch eine billigere
Arbeitskraft ersetzt zu werden.
> Heutzutage ist eine Gewerkschaft in das Gegenteil verkehrt und
> knechtet die Unternehmerfreiheit und Entscheidungen.
Falsch, die Unternehmen können es sich heutzutage leisten Löhne
gering zu halten, weil es genügend Leute gibtm die heutzutage Arbeit
suchen.
Sei froh, dass es ausgehandelte Mindest-Tarife gibt.
> Ein Unternehmen ist Marktteilnehmer und will alleine aus
> Gewinnerzielungsabsicht einen Ausgleich zwischen MArkt und Angebot
> bieten.
Nein, den Unternehmer interessiertheute idR nur der kurzfristige
Gewinn.
Dass Massenentlassungen die Binnenwirtschaft extrem schwächen ist ihm
egal.
Dummerweise kostet ein entlasener Mitarbeiter den Staat Geld hat aber
kaum Wirtschaftskraft, der Staat muss die Steuern entsprechend
erhöhen, bzw kann sienicht senken, um all die Leuteunterzubringen.
Das geht auf die Lohnnebenkosten, kostet wiederum den Unternehmer
mehr und schwächt die Wirtschaftlichkeit. Ergo: etr versucht noch
mehr Leute zu entlassen,bzw. die Löhne zu drücken und verstärkt
diesen Effekt noch.
Bis der Effekt durchschlägt dauert es leider immer ein wenig, aber
derzeit st er spürbar.
Gleiches geschah im England zur Zeit der industriellen Revolution -
das fing auch langsam an und wurde erst beendet, als es eine Balance
zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber gab.
> Jeder Unternehmer ist an zufriedenen Mitarbeitern
> interessiert, da diese die höchste Produktivitäts und Loyalitätsrate
> bieten.
Nein. Jederunternehmer ist an Gewinn interessiert. Wenn er einen
MItarbeiter feuern kann, umihn durch einen günstgeren zu ersetzen,
zögert er kenie Sekunde.
Ist ein Mitarbeiter ausgebrannt, wird erersetzt.
Welche Firma stellt heute noch einen 55-jährigen ein?
> Daher braucht es keinen Kündigungsschutz usw….
Schalt mal dein Hirn ein, bitte und überleg dir, was das Fehlen von
Kündigungsschutz und Gewerkschaften bedeutet. Ganz genau:
Lohndumping.
> Statt das die Gewerkschaften dafür eintreten, z.Bsp. den
> Kündigungsschutz für ältere Mitarbeiter aufzuheben, fordern sie
> Lohnerhöhungen und streiken.
Schalt dein Hirn ein: was bedeutet es, Kündigungsschutz für ältere
Mitarneiter aufzuheben? Genaui: du entlässt sie in die Frührente, das
kostet den Staat viel Geld, der kann die Nebenkosten nicht ordemtlich
senken, dasdrückt auf die Wirtschaftlichkeit derUnternehmen in
Dezutschland, etc, etc.. teufelskreis, siehe oben.
> Das ist Realitätsfremd.
Du bist Realitätsfremd.
> Ein Unternehmen stellt deswegen keine “Alten” ein, weil sie nicht
> mehr “gehbar” sind, wenn die NAchfrage sinkt.
Nein, weil sie öfter wegen Krankheit ausfallen und idR mehr Geld
kosten, als ein Newbie, der noch mit dem Tariflohn zufrieden ist und
brav buckelt ohne zu meckern.
> jetzt sag du mir ein beispiel, warum die gewerkschaften eine
> Berechtigung haben?
Lohndumping (siehe oben) und damit insgesamte Wirtschaftsschwäche
durch wenig Kaufkraft.
Im globalisierten Markt hast duein Exportproblem, weil andre Länder
billiger produzieren. Das können sie idR deswegen, weil sie ihre
Arbeiter ausbeuten oder ihrem Volk weniger Sicherheit geben.
Lösung 1) Man macht im eigenen Land Lohndumping.
Probleme:
a) du kommst trotz dem nicht auf konkurenzfähige Preise.
b) deine Binnenwirtschaft geht den bach runter.
c) Der kurzzeitig belebende Effekt kehrt sich nach einiger Zeit um,
die Konjunktur pendelt ich auf einem niedrigerenNiveau wieder ein.
Lösung 2) du förderst Gewerkschaften in den Billiglohnländern, um die
Arbeit dort zu verteuern und die Lebensbedinungen dort zu verbessern
und um ggf. dort sogar eigenen Exportartikel verkaufen zu können.
Probleme
a) Schwer durch zu setzen
b) Der Effekt braucht lange bis er wirkt
Lösung 3)
Du investierst massiv in Arbeits- und Innovationskraft, um dich nicht
mit dem Preis, sondern mit dem Know How und einem Mehrwert an
Dienstleistung durchzusetzen.
Probleme:
a) Der Effekt wirkt langsam
b) Du verhinderst nicht, dass das Know how im eigenen Land entwickelt
und in einem Billiglohnland angewendet wid.
Lösung 4) Strafzölle um den Reimport aus Billiglohnländern zu
verteuern
Probleme:
a) Billiglohnländer bleiben Billiglohnländer und du verhinderst nicht
den Import über andere Grenzen
b) Billiglohnländer können deine Exportprodukte auch in Zukunft nicht
kaufen und du erschliesst keine neuen Märkte.
c) Deine Wirtschaft ist im Vergleich zu den Billiglohnländern immer
noch nicht günstig. Um dich rum geht es weiter, wie bisher.
Für mich gibt es also nur 2 Lösugen:
- Gewerkschaften in anderen Ländern stärken.
- Lohndumping im eigenen Land nicht zulassen.
- In Forschung, Arbeit und Technik investieren
Gruss,
-Wanja-