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> ArtificialIntelligence schrieb am 22. Mai 2002 12:17
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> > > Outsourcing des IT-Bereichs spart sicher Kosten, denn hier können
> > > Synergien bei den Outsourcern genutzt werden. Das eine Bank eine
> > > eigene IT-Landschaft pflegt ist doch irgendwie blöd, gehört doch
> > > garnicht zu ihren Kompetenzen. Eigentlich sollte niemand seine eigene
> > > IT haben, sondern alle übergeben die Verantwortung und Pflege der
> > > IT-Industrie selbst. Und wir sitzen alle nur vor Terminal oder Thin
> > > Clients, ne?
> >
> > Du laberst Müll!!!
> >
> > Ist ein Mietwagen billiger, als das eigene Auto? Vor allen Dingen,
> > wenn Du darauf angewiesen bist.
> >
> > Eine Bank, Versicherung kann ohne IT nicht mehr existieren, d.h. die
> > IT gehört somit eigentlich zum Kerngeschäft.
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> Das musst du wohl der Bank überlassen, was sie als ihr Kerngeschäft
> ansieht
Was heißt schon “der Bank”. Es handelt sich um Manager,
die ihre Ideen letztlich auch aus dem Handelsblatt
beziehen, wo der neueste Hype breitgetreten wird.
Andersen liefert dann die gewünschte Studie, deren
Daten weitgehend grob geschätzt sind, und irgendwer
kriegt dann den Auftrag, das ganze umzusetzen. Alleine
schon die Kosten der Umstellung sind meist so hoch (und
höher, als Anderen geschätzt hatte), daß sie selbst bei
den vorhergesagten Einsparungen im laufenden Betrieb
erst nach 50 Jahren wieder reinkämen. Aber auch diese
Einsparungen sind meist eine Luftnummer.
Da ich schon ein paar Outsourcingprjekte mitgemacht
habe, könnte ich hier noch mehr und noch konkretere
Sachen bringen, es würde aber lange dauern und ist so
anstrengend (ich hab’s auch an anderer Stelle schon
paarmal gebracht, bringt aber nichts).
> Außerdem ist es ein Abrechnungsvorteil für die Bank, weil es jetzt
> Preise für IT-Dienstleistungen an extern bezahlen muss und nicht mehr
> intern aufschlüseln muss. Wie oben bemerkt gibt es auch
> Einsparungspotentiale, weil der Outsourceer am Markt agiert.
Das sind Träume. Sowohl aus theoretischen Erwägungen als
auch nach praktischen Erfahrungen ist das nicht so.
Vielmehr begibt sich die Bank in die Abhängigkeit von
einem Unternehmen, das nach einiger Zeit z.T. astronomische
Preise für kleine Dienstleistungen verlangen kann und auch
bekommt (habe ich erlebt, könnte ich Roß und Reiter nennen),
weil ein Wechsel fast unmöglich, in jedem Fall aber schweineteuer
ist. Der Outsourcer betreibt immerhin bankspezifische Spezial-
Applikationen (davon hat so eine Großbank einige Dutzend bis
Hundert) mit Hunderten von Schnittstellen und Batchverarbeitungen.
Das gesamte Knowhow ist bei der Bank weg, obwohl es um Anwendungen
geht, welche Kernfunktionalitäten der Finanzabläufe darstellen
(es geht nicht um Excel oder ein Windows-Servicepack). Die Bank
ist hinterher von ihrem Outsourcer abhängig, unflexibler geworden
(ich kenne Fälle, wo der Outsourcer den Kunden die Hardware und
z.T. das OS diktiert und gegen den Bankenwillen durchgesetzt hat)
und teurer wird es obendrein. Aber was rede ich… die Theoretiker
stellen sich das wunderschön und weltfremd vor, wie sie es in
der Zeitung gelesen haben.