Re: So ein Blödfug… - Deutsche Bank informiert Mitarbeiter von…
Posted in Allgemein on September 15th, 2008 by admin>
> > Ausgelagert wird doch nur, was entweder woanders billiger oder besser
> > gemacht werden kann.
>
> Genau, als wäre “billiger” eine hinreichendes Kriterium für richtiges
> handeln. Billiger heist meistens Kinderarbeit, Ausbeutung,
> Hungerlöhne, Korruption Missachtung von Umweltauflagen etc. In
> deutschland produzieren ist teurer, weil zumindest bisher, die
> meisten ein akzeptables lebenstandard haben.
Echt? Briten, Franzosen und Tschechen erlauben Kinderarbeit? Wäre mir
neu… Im Ernst: Eine Produktion in GB kann billiger sein, wenn die
Qualität und Produktivität besser ist als in D. Weil die Folgekosten
minimiert werden.
> > Was wäre Deutschland ohne Globalisierung? Wir
> > müssten Güter und Dienstleistungen zu viel teureren Preisen erstellen
> > als das Ausland.
>
> Worin siehst du denn da ein Problem? Ist es schlimm mehr für ein
> Produkt zu zahlen wenn dafür die Menschen die es herstellen ein
> anständiges Leben führen können?
D.h. Du kaufst _nur_ fair gehandelten Kaffee und gibst der Bedienung
_immer_ mindestens 3 Euro Trinkgeld. Glaub’ ich nicht, auch wenn Du
das bejahst. Auch Du zahlst im großen ganzen nach Preis und/oder
Marke.
> > Am Beispiel Bank: Deine Inlandsüberweisung könnte
> > teurer sein als eine Auslandsüberweisung. Das willst Du?
>
> Was willst DU?! möchtest du gerne dein persönliches Lebenstandard auf
> das Haitianische oder Afganische herabsenken?
Nein, ich möchte mein Geld so verteilen, dass ich den maximalen
Nutzen daraus ziehen kann.
> denn genau dahin führt deine Überlegung.
Erkläre mir das.
> Und fang garnicht mit Bildung usw an. Dort gibt es
> auch ausgebildete Menschen
echt? Hier sprechen (ich schätze mal) 60% der Deutschen englisch.
Englisch ist wichtig im Arbeitsleben. Wieviele Afghanen sprechen
englisch. Wieviele Absolventen der Elektrotechnik und Maschinbau
gibt’s dort? Oh, ‘tschuldigung, ich soll ja _nicht_ von Bildung
reden… warum eigentlich? Ah, muss unwichtig sein…
> die für viel weniger bereit sind zu arbeiten.
Ja, aber wenn ich Arbeit nach Afghanistan transferiere betreibe ich
ja Globalisierung und bin deshalb schon ein Ausbeuter.
> > Was ist denn
> > aus den Ländern geworden, die nicht mit dem Ausland handeln wollten?
> > Zusammenbruch der UdSSR, der DDR - erfreue Dich doch an den
> > glänzenden Beispielen Kuba und China (warum wollen die denn bloss der
> > WTO beitreten!?).
>
> Wie ungebildet bist du eigentlich? Seit wann ist die UDSSR
> zusammengebrochen weil sie “nicht mit dem Ausland handeln wollte” ?
Klär mich doch auf. WAS war der Grund für den Zusammenbruch? _Nicht_
die Wirtschaft? Ich bin überrascht…
> Oder die DDR? Kennst du dich mit der Geschichte deines eigenes Landes
> nicht aus?
Ich schon. Und Du?
> Und was ist mit Kuba, schon mal vom Handelsembargo durch die USA
> gehört? Man muss kein befürwörter des Kommunismus sein um zu erkennen
> daß globalisierung eine ziemlich üble sache ist.
Äh, hallo? Globalisierung ist das Gegenteil von Embargo!!!! Vom
Globalisierungsstandpunkt aus ist ein Embargo mit einem
produzierenden Land ökonomischer Unsinn.
> > Globalisierung ist ein Naturgesetz und nichts, dass man aufhalten
> > könnte und nichts vor dem man Angst haben muss.
> > F.
>
> Wie kommst du darauf das Globalisierung ein Naturgesetzt ist? kannst
> du das mal bitte erklären?
Gerne. Je größer das Einzugsgebiet ist, desto umfangreicher wird der
Handel. Beispiel: Im Mittelalter handelten Dörfer untereinander, weil
sie Preise nicht vergleichen (und ausgleichen) konnten. Je besser die
Kommunikation wurde, desto größer wurde der Handelsraum. Inzwischen
können wir halt (fast) weltweit Preise vergleichen und handeln. Das
Naturgesetz liegt also in der Nutzenmaximierung jedes einzelnen, der
aus einem niedrigeren Preis einen höheren Nutzen zieht.
Und um beim Bild zu bleiben: Globalisierungsgegner wollen verhindern,
dass ein Dorf mit jemandem anderen als dem nächsten Dorf handelt. Und
die Begründung: das übernächste Dorf würde sonst ausgebeutet.